10:41h, Freitag 02.07.2010
Interreligiöse Stadtrundfahrt
Bad Lippspringe: weltoffen und tolerant
Bad Lippspringe. Miteinander reden: Das ist die Botschaft der „Interreligiösen Stadtrundfahrt“, die seit 2009 Religionsgemeinschaften im Kreis Paderborn vorstellt. Zum zweiten Mal machte die Stadtrundfahrt jetzt in Bad Lippspringe Station. Zu den interreligiösen Treffen laden die Gemeinden und die Integrationsagentur im Caritas-Verband Paderborn ein.
Ort des gut besuchten Treffens waren Kirche und Gemeindezentrum der Evangelischen Kirchengemeinde in Bad Lippspringe. Zuerst stellte Pfarrerin Antje Lütkemeier vor, wie die Kirchengemeinde versucht, den Weg einer „einladenden“ Gemeinde zu gehen und Christentum zu leben. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Feste im Kirchenjahr, etwa Weihnachten. Für die Mitglieder der Gemeinde findet Weihnachten nicht nur in der Familie, sondern auch im Gemeindezentrum statt, wo gemeinsam gefeiert, gesungen und gegessen wird. Zu Pfingsten lädt die Gemeinde zur „offenen Kirche“ und zu „Open Air Veranstaltungen“ ein.
Diese Öffnung ist sehr erfolgreich. Regelmäßig 120 Menschen besuchen regelmäßig die Gottesdienste, die Gemeinde ist aktiv und jung. Auch in der Beziehung zu anderen Konfessionen und Religionen herrscht viel positive Bewegung. Am Runden Tisch der Religionen in Bad Lippspringe ist die evangelische Gemeinde ein wichtiges Mitglied.
Dem Runden Tisch gehört auch die Bahá'í-Gemeinde an. Die Geschichte und Gedankenwelt dieser Religion stellte Modjgan Bidardel vor. Die Ursprünge der Bahá'í-Religion gehen zurück auf das Jahr 1844, als ein junger Mann mit dem Titel Báb (arab.: "Das Tor") in Persien erklärte, ein Gottesgesandter zu sein. Der monotheistische Glaube ist heute eine anerkannte Weltreligion mit sieben Millionen Mitgliedern, die den Anspruch hat, alle Rassen und Menschen in einer universalen Gemeinschaft und einem gemeinsamen Glauben zu vereinen. Die heiligen Stätten der Baha’i in Haifa und Akka gehören seit 2008 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Modjgan Bidardel erläuterte auch die Aktivitäten der Bad Lippspringer Gemeinde. Sie bietet Andachten, Studienkreise, Juniorgruppen und Kinderklassen an, die in Privaträumen abgehalten werden.
Zwei Religionen, zwei Frauen, die sie vorstellten, und ein Publikum, das beiden Referentinnen interessiert zuhörte: Das Treffen in Bad Lippspringe hat verdeutlicht, dass der Kurort auch religiös weltoffen und tolerant ist – und dass es sich lohnt, mehr über Religion(en) zu wissen. Viele Vorurteile schwinden dann ganz von selbst.
Foto: Im Gespräch Türen öffnen: (v.l.) Pfarrerin Antje Lütkemeier, Hezni Barjosef (Caritas-Integrationsagentur), Modjgan Bidardel und Dekanatsreferent Markus Schmiegel.
sara.klinke
Der Beitrag wurde am Freitag, dem 02. Juli 2010 um 10:41 Uhr veröffentlicht und wurde unter Startseite, Lokales abgelegt.
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